Bergischer Zahnärzteverein e. V.

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Abstract der Vereinsgeschichte

Der Verein wurde am 31. Januar 1896 unter dem Namen "Bergischer Verein Deutscher Zahnärzte" gegründet. Das war eine Zeit, in der es nicht selbstverständlich war, seine "Behandlungsgeheimnisse" an Kollegen weiterzugeben – nicht so im Bergischen Land! Am 2. März 1912 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Königlichen Amtsgerichts zu Elberfeld. Aus dieser Quelle ist uns auch noch die damalige Satzung überliefert, aus der hervorgeht, dass der Verein sich in jener Zeit nicht nur "die Pflege der zahnärztlichen Wissenschaft", sondern auch "die Verfolgung und Förderung der Standes- und wirtschaftlichen Interessen der deutschen Zahnärzte", sowie "die Übernahme der Vertretung zahnärztlicher Interessen den Behörden und Kassenverbänden des Bezirks und dem Publikum gegenüber, die Erteilung von Rat und Hilfe an die Mitglieder in jeder den Stand betreffenden Angelegenheit" zur Aufgabe machte. Dazu muss man wissen, dass zu der damaligen Zeit keine anderen Standesvertretungen der Zahnärzte existierten, der Vereinsbund Deutscher Zahnärzte fungierte lediglich als Dachverband der lokalen Vereine – Verträge mit Behörden und Kassenverbänden waren stets Einzelverträge.

Die guten Behandlungserfolge im Ersten Weltkrieg führten dazu, dass die Zahnheilkunde endlich als Spezialfach der Medizin anerkannt wurde und 1919 auch die Promotion als "Dr. med. dent." eingeführt wurde (vorher war nur eine Promotion als "Dr. phil." möglich, oder "Dr. med." nach Doppelstudium). Viele etablierte Vereinsmitglieder entschlossen sich daraufhin, neben der bestehenden Praxis noch ein Semester zu studieren um danach mit einer Dissertation promovieren zu können – eine enorme Belastung. Auch muss man bedenken, welchen Aufwand die Kollegen aufbringen mussten um zu den damaligen Versammlungen zu erscheinen. Viele wohnten außerhalb Elberfeld-Barmen (heute Wuppertal) und besaßen kein Auto. Eisenbahn und Straßenbahn waren die einzigen Verkehrsmittel. Das bedeutete lange Anmarschwege – und das in den Abendstunden oder am Sonntagvormittag.

Gruppenbild mit zwei Damen:

Der Bergische Zahnärzteverein im Jahr 1921.

Ein früher wissenschaftlicher Höhepunkt war die 25-Jahr-Feier des Vereins im Jahre 1921, wo u. a. Dr. Borgstedt vor staunendem Publikum eine Zahnbehandlung in Hypnose demonstrierte (damals eine Sensation!).

Am 1.10.1924 wurde die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen aus der Satzung gestrichen – diese Aufgabe übernahm der neugegründete "Reichsverband Deutscher Zahnärzte" unter der Leitung von Dr. Linnert mit Sitz in Berlin.

Durch die Inflation ergab sich eine neue, zusätzliche Aufgabe für den Verein: Da bei Sterbefällen die Hinterbliebenen die Bestattungskosten oft nicht aufbringen konnten, wurde am 20. April 1924 eine Alters- und Sterbekasse des Vereins gegründet. Eine Aufgabe, die heute vom VZN geleistet wird.

Die 30-Jahr-Feier 1926 war geprägt durch den Vortrag von Prof. Pähsler über seine Studien bei Prof. Rosenov an der Majo-Klinik in Rochester/USA.

Im Jahr 1931 unternahm der Verein eine Exkursion nach Berlin zu einem achttägigen Paradentose-Kurs unter der Leitung von Dr. Weski.

Prof. Kantorowicz aus Bonn und seine Assistenten Korkhaus und Balters führten nach ihren Erfahrungen aus Amerika die Bergischen Kollegen in die moderne Kieferorthopädie nach Angle ein.

Im Mai 1933 wurde im Rahmen der politischen Gleichschaltung aller Vereine auch der Bergische Verein gezwungen, den Vorstand mit NSDAP-Mitgliedern zu besetzen. Schließlich wurde in Berlin Dr. Linnert abgesetzt und durch einen "Reichszahnärzteführer" ersetzt. Die Preußische Zahnärztekammer wurde aufgelöst und auch die Löschung des Bergischen Vereins wurde gefordert und am 18. Januar 1935 beschlossen. Die Liquidation dauerte noch bis April 1938. Die amtliche Löschung erfolgte am 20.04.1938.

Am 11. September 1948 wurde der Verein unter dem Namen "Bergischer Zahnärzteverein" neu gegründet. Schon am 6.10.1948 konnte die erste Fortbildungsveranstaltung stattfinden. Seit dieser Zeit führt der Bergische Zahnärzteverein im Bergischen Land auch die lokale Fortbildung für die Zahnärztekammer Nordrhein durch.

Weitere Höhepunkte der folgenden Jahre waren 1951 die 55-Jahr-Feier mit vielen Ehrengästen (u. a. Nobelpreisträger Prof. Domagk, Prof. Weise, Prof. Euler, Prof. Korkhaus, Prof. Fritsch und W.D.Miller [Chikago]), die 60-Jahr-Feier 1956 sowie eine Exkursion zur Universität Münster (Prof. Wannenmacher, Prof. Issels) im Jahre 1957. 1958 fuhren Bergische Kollegen zu einem einwöchigen Implantat-Kurs zu Prof. Uhlig nach Kiel. Im Jahr 1964 besuchten die Bergischen die Firma Madaus in Köln und ließen sich über die Arzneimittelherstellung informieren. Es folgte 1966 die 70-Jahr-Feier, die mit einer Exkursion von über 50 Kollegen und Ehefrauen zur gerade neu gebauten Zahnklinik der Universität Marburg gefeiert wurde. Der Chef der Marburger Klinik, Prof. Heuser, wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

1969 besuchte der Verein für eine Woche die Firma Ivoclar in Schaan/Liechtenstein, woran sich 1970 ein Besuch des französischen Zweigwerks in St. Jorioz am Lac d'Annecy anschloss. 1971 erwiderten die französischen Kollegen aus dem Bereich Annecy den Besuch in Wuppertal zu unserer 75-Jahr-Feier, die mit großem Programm (Empfang beim Oberbürgermeister, Festvorträge, Kurse in Praxis und Klinik, Zahnärzteball) zelebriert wurde.

Es folgten Exkursionen nach Marburg, Kassel, St. Jorioz, Meran, Naturns und Freiburg. 1988 ging eine Exkursion zu Prof. Eichner an die FU Berlin. 1991 feierte der Verein sein 95jähriges Bestehen [1.077 KB] mit Festredner Prof. Stüttgen. Im Jahr 1993 waren die Bergischen besonders reiselustig: Im Januar ging es zu Prof. Kobes zur Kiefergelenkdiagnostik nach Göttingen und im April nach Köln zur Präparation des Kiefergelenks bei Prof. Koebke. Prof. Slavicek in Wien war Ziel der Exkursion 1995.

Als absoluten Höhepunkt konnte der Verein am 2. Februar 1996 feierlich sein 100jähriges Bestehen in der neu eröffneten historischen Wuppertaler Stadthalle feiern. Ehrengast war u. a. Ministerpräsident Dr. h. c. Johannes Rau – Festredner: Prof. Heners, Karlsruhe – Referenten: Prof. Palla, Zürich und ZTM Hegenbarth, Bruchköbel. Im Jubiläumsjahr folgte eine Exkursion zum gleichaltrigen Zahnärztlichen Institut der Universität Zürich.

1998 besuchten die Bergischen Prof. Hoffmann an der TU Dresden und im Jahr 2000 schließlich waren wir zu Gast bei der Firma Espe im Oberbayern.

Ein Blick in unser Referenten-Verzeichnis (das mittlerweile 38 Jahre Fortbildung dokumentiert) zeigt, dass kaum ein bekannter Name dort fehlt! Oft waren die Vorträge auch brandaktuell: So war in den dreißiger Jahren der Vortrag beim Bergischen Verein die zweite Veranstaltung, in der Dr. Herrmann, Frankfurt sein damals neu entwickeltes und bis heute bewährtes Produkt "Calxyl" vorstellen konnte. Ebenso präsentierte uns schon 1995 Dr. Hugo, Würzburg seine ersten Ergebnisse mit dem SONICSYS-System zur minimalinvasiven Präparation.

Nachdem der Verein bis in die achtziger Jahre hinein regelmäßig einen Zahnärzteball in den Zoo-Gaststätten Wuppertal veranstaltete, wurde zur Wiederbelebung der Geselligkeit 1999 der Bergische Zahnärzte-Brunch ins Leben gerufen.

Seit 1999 ist der Verein unter "www.bzaev.de" mit all seinen aktuellen und historischen Schätzen im Internet präsent. Ausgebaut wird zur Zeit der Service für die Mitglieder durch das Zahnärztenetz "www.meddent.net".

Bei bei einer gemeinsamen Sitzung am 6. September 2000 wurde einstimmig eine Kooperation zwischen dem Bergischen Zahnärzteverein, der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hagen und Niederrheinischen Zahnärztlichen Gesellschaft (Essen) beschlossen. Veranstaltungen der drei Gesellschaften stehen allen Mitgliedern zu den gleichen Bedingungen offen. Gemeinsame Veranstaltungen sind in der Planung.

Durch die neue Satzung vom 23. September 2000 wurde eine Fördermitgliedschaft u. a. für Zahntechniker ermöglicht. Gleichzeitig wurden die Vorraussetzungen für eine Eintragung in das Vereinsregister geschaffen.

Am 19. Oktober 2000 wurde der BZÄV in das Vereinsregister des Amtsgerichts Wuppertal eingetragen.

Am 24. November 2001 wurde mit dem Bergischen Zahnärztetag ein Tageskongress neu ins Programm genommen.

2002 führte die Exkursion die Bergischen Kollegen nach Hamburg zur Universität (OA Dr. Dr. M. Vesper) und zur Firma Ethicon.

Durch einen Kooperationsvertrag wird der Bergische Zahnärzteverein e.V. zum 1. Januar 2003 außerordentliches Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK).

Der Bergische Zahnärztetag 2003 stellt mit hochrangigen Referenten und 100 Teilnehmern einen neuen Höhepunkt im Fortbildungsprogramm des Bergischen Vereins.

Die Exkursion zur Mosel 2003 zeigt, dass man auch ohne Fortbildung zusammen verreisen kann.

Mit dem 18. Bergischen Zahnärztetag 2004 beginnt eine neue Ära: durch die Zusammenlegen mit derJahrestagung der DGZ konnten wir eine dreitägige Tagung mit 597 Teilnehmern und 66 Referenten in allen Sälen der Historischen Stadthalle am Johannisberg veranstalten.

Die Exkursion 2004 nach Freiburg im Breisgau vereinigt hochwertige Fortbildung, kulinarische und touristische Höhepunkte.

Neben der Zahnärztekammer ist 2005 der Bergische Zahnärzteverein die einzige Organisation in Nordrhein, die die Zulassung für Röntgen-Aktualisierungskurse erhält.

Der 19. Bergische Zahnärztetag 2005 in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Laserzahnheilkunde und der Neuen Arbeitsgruppe Parodontologie zeigt, dass auch die Zusammenarbeit mit kleineren Gruppierungen Erfolg bringen kann.

2006 stand wieder ein Jubiläum an: 110 Jahre Bergischer Zahnärzteverein. Wir feierten daher den 20. Bergischen Zahnärztetag wenige Tage nach dem offiziellen Geburtstag (31.01.) am 3. und 4. Februar. Das Hauptthema „Zahnerhaltende Maßnahmen – ein Schlüssel zur modernen Zahnheilkunde“ wurde mit wesentlicher Unterstützung der Universität Witten/Herdecke durchgeführt, das zweite Hauptthema „Historische Rückblicke“ fand mit Hilfe des Arbeitskreises Geschichte statt. Ein Highlight war sicher auch der Gesellschaftsabend, zu dem der Bergische Verein seine Tagungsgäste und seine Mitglieder in den Festsaal von Schloss Burg geladen hatte. Im Mai fuhren die Bergischen Kollegen dann zur Exkursion nach Leipzig und zur Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg.

Im Mai 2007 veranstalteten wir zum 111jährigen Bestehen eine gesellige Schleusenfahrt auf der Ruhr und dem Rhein-Herne-Kanal. Der 21. Bergische Zahnärztetag in der Historischen Stadthalle Anfang Juni war eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Psychologie und Psychosomatik in der Zahnheilkunde. Wir konnten unser Programm für Mitarbeiterinnen mit zwei Tageskursen zur Prophylaxe ausbauen.

2008 ging die Exkursion des Vereins erstmals ins östliche Ausland, zur Jagiellonen-Universität Krakau. Die frühere Hauptstadt Polens ist nicht nur eine der schönsten Städte Europas, sie ist auch eine große Hochschulstadt mit der ältesten Universität in unserem mitteleuropäischen Kulturraum. Der Kontakt zur Universitäts-Zahnklinik war äußerst herzlich und die dargebotenen Vorträge interessant und auf internationalem Standard. Der 22. Zahnärztetag in Verbindung mit der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde war wieder einmal eine große Veranstaltung für Wuppertal, die über viele begeisterte Gäste weiter zu unserer Bekanntheit beigetragen hat.

2009 stand der 23. Bergische Zahnärztetag unter dem ungewohnten Thema "Tipps und Tricks für die Praxis". Das Thema erwies sich für den niedergelassenen Zahnarzt als äußerst ergiebig. Am 12. November 2009 wurde der Arbeitskreis Alterszahnheilkunde im Bergischen Zahnärzteverein gegründet. Das Ziel des Arbeitskreises ist die Verbesserung der Mundhygiene in den Pflegeeinrichtungen unserer Region und die Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung der Pflegebedürftigen durch die Bereitstellung von mobilen Behandlungseinheiten und einer Qualitätsoptimierung durch spezielle Fortbildung auf diesem Gebiet.

Im Mai 2010 führte die Exkursion des Vereins nach Graz. Wir waren bei den österreichischen Kollegen der Medizinischen Universität sehr willkommen. Im Juni 2010 war der 24. Bergische Zahnärztetag mit dem Thema "CMD und atypischer Gesichtsschmerz" wieder ein großer Erfolg.

Der 25. Bergische Zahnärztetag Ende Mai 2011 zum 115jährigen Geburtstag des Vereins hatte das Thema "Kinderzahnheilkunde - state of the art". Hier wurden alle Aspekte der Kinderzahnheilkunde von Experten der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde beleuchtet. Ein weiteres Highlight war im Januar der Kurs über dentale Fotografie mit Dr. Wolfgang Bengel.

Im Mai 2012 reisten die Bergischen zur Exkursion nach Kiel, besuchten dort die Universitäts-Zahnklinik und konnten bei strahlendem Wetter auf dem Traditionssegler "Roald Amundsen" die Kieler Förde erkunden. Weitere Höhepunkte waren das Wikinger-Museum in Haitabu und die einzigartige Eisenbahn-Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg. Der 26. Bergische Zahnärztetag informierte im Juni mit Unterstützung der Universitäten Düsseldorf und Witten umfassend über das Thema "Parodontologie".

2013 konnte der Verein auf dem 27. Bergischen Zahnärztetag ein "Update Implantologie" mit Hilfe von bekannten Referenten aus allen Teilen Deutschlands präsentieren. Im September 2013 gab es eine zweite Tagung: den Bergischen Mundhygienetag mit einem "Update Mundhygiene" für das gesamte Praxisteam.

Die für 2014 geplante Exkursion nach Regensburg musste wegen zu geringer Beteiligung leider abgesagt werden. Der 28. Bergische Zahnärztetag im Mai 2014 war mit dem Thema "Update Füllungstherapie" mit hochrangigen Referenten ein großer Erfolg.

Der 29. Bergische Zahnärztetag im Mai 2015 war neben dem Thema "Herausnehmbarer Zahnersatz" geprägt von einer Hommage an den Vorsitzenden Dr. Hans Roger Kolwes. Zur Eröffnung des Zahnärztetags am 29. Mai 2015 wurde ihm von Dr.med.habil. Dr.med.dent. Georg Arentowicz für den Vorstand der Zahnärztekammer Nordrhein die Verdienstmedaille in Gold verliehen. Am zweiten Kongresstag feierte Dr. Kolwes zusammen mit dem Auditorium seinen 60. Geburtstag.


Dr. Hans Roger Kolwes