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Ein Symposium zum Geburtstag

Anlässlich seines 105. Geburtstags richtete der „Bergische Zahnärzteverein“ – eine der ältesten zahnärztlichen Fortbildungsgesellschaften Deutschlands – seinen „Zahnärztetag 2001“ als Symposium zum Thema „Medizin und Zahnarztpraxis“ aus. Für die Veranstaltung im Hörsaal des Pathologischen Institutes des Klinikums Barmen konnten namhafte Referenten aus den Wuppertaler Kliniken geworben werden.

Prof. Dr. med. Hans-Georg Kempf, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, referierte über die enge Beziehung seines Faches zur Zahnmedizin. Die Erkennung von tonsillären Erkrankungen sowie akuten oder chronischen Prozessen der Nasennebenhöhlen, insbesondere der Kieferhöhlen, könnten und sollten ggf. durchaus durch den Zahnarzt erfolgen. Natürlich gehört in diesem Fachgebiet die Tumorfrüherkennung zu einer der wichtigsten Aufgaben des Zahnarztes, wobei sogar die im Auditorium nicht unumstrittene These vertreten wurde, das eine u. U. indizierte Probeexzision durch den Zahnarzt erfolgen könne, um nicht unnötig Zeit zu verlieren.

Der Direktor der Neurologie und klinischen Neurophysiologie, Herr Prof. Dr. med. Johannes Richard Jörg, berichtete über den neurologischen Problempatienten im zahnärztlichen Behandlungsstuhl. Hierbei stand besonders der epileptische Anfall im Vordergrund seiner Ausführungen, aber auch Formen des Gesichtsschmerzes, die keine zahnärztliche Ursache haben und nur durch eine sorgfältige Anamnese und Untersuchung eindeutig diagnostiziert werden können. Jörg berichtete von oft jahrelangen Irrwegen dieser Patienten, bis nach vielen Zahnextraktionen die eindeutige Diagnose durch einen Neurologen gestellt werden konnte. Beieindruckend war, mit welch einer Fülle von neuen Präparaten den Patienten heute viel besser als früher geholfen werden kann, zum Beispiel den Patienten mit dem so genannten Cluster-Kopfschmerz.

Über hämatologische Erkrankungen und deren Früherkennung durch den Zahnarzt berichtete Prof. (em.) Dr. med. dent. Manfred Straßburg, früherer Direktor der Poliklinik und Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten der Westdeutschen Kieferklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Wie auch beim neurologischen Problempatienten kommt hier der Anamnese eine fundamentale Bedeutung zu. Nachlässigkeiten in diesem Bereich können fatalen Folgen haben, was Prof. Straßburg durch eindrucksvolle Fotografien von ausgedehnten Hämatomen und Nachblutungen dokumentierte. Im Anschluss an seinen Vortrag wurde Straßburg die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft im Bergischen Zahnärzteverein überreicht.


Die Diskussionen zu den Vorträgen verliefen ebenso interessant wie die Referate selbst. Dementsprechend konnten die Veranstalter ein durchweg positives Resumee ziehen.

zm 3/2002

16.07.2001: Zä. Mitteilungen
01.03.2003: Zä. Mitteilungen (1)
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